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Sat 01 July 2017
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WHAT IS LIVE? BABY DON‘T NERD ME

WHAT IS LIVE? BABY DON‘T NERD ME

Knöpfe, Kabel, Keyboard – wozu soll das gut sein? Wir machen den Ranga Yogeshwar, zeigen euch wie elektronische Musik entsteht und erklären euch den Unterschied zwischen einem “Live-Set“ und einem „DJ-Set“.

Drei „klassische“ DJs und Meister ihres Faches: Luciano, Ricardo Villalobos und Sven Väth

Synthesizer, Drums & more: Julien Bracht live auf dem LFP 2013

Live-Sets können – wie hier bei Frivolous – durchaus „interessante“ Formen annehmen…

In 21 Jahren LFP-Geschichte hat das Wörtchen „live“ schon den ein oder anderen vor den Kopf gestoßen. Legen die anderen DJs nicht live auf? Spielt ihr etwa einfach nur aufgezeichnete Sets? Es gibt bekanntlich keine dumme Fragen. Trotzdem finden sich die Urheber solcher Statements nur zu oft als Hauptattraktion in der Arena der Peinlichkeit wieder, insbesondere dann, wenn man sich – Gott behüte – öffentlich auf Facebook erkundigt hat. Da jeder mal irgendwann klein angefangen hat, setzen wir unsere dickste Hornbrille auf und geben euch in bester Herdmanier einen zwei Minuten Crashkurs in elektronischer Musik.

Zugegeben, in Zeiten der modernen Technik ist es auch für vermeintliche Experten nicht ganz einfach einen klaren Trennstrich zu ziehen. Fangen wir mal einfach an: ein DJ spielt Tracks oder altmodisch: Lieder. Seine eigenen, die von anderen Künstlern – egal. Er trägt sie auf CDs, Schallplatten oder USB-Sticks durch die Weltgeschichte und fügt sie mit Hilfe eines Mischpults zu einem durchgehenden Set zusammen. Dabei bedient er sich mal mehr, mal weniger vieler Effekte. Im Idealfall entwickelt sich daraus ein energetischer Mix mit einem packenden Spannungsbogen der die Crowd von Anfang bis zum Ende mitreist. In weniger guten Fällen wird daraus die musikalische Version von „Star Wars: Episode I“: akustische Effekthascherei ohne Story oder roten Faden - gerne zu beobachten auf Hochzeiten oder – Sure Shot – in Clubs mit dem Wörtchen „Mega“ im Namen.

Bei einem Live-Set spielt ein Künstler seine eigenen Produktionen und zwar – surprise, surprise – live, also mit Instrumenten. Ein Großteil der Verwirrung kommt nun daher, dass die Instrumente im Bereich der elektronischen Musik nicht so eindeutig zu erkennen sind wie ihre klassischen Pendants. Das Erscheinungsbild eines Synthesizer reicht mittlerweile von einer kleinen Zigarrenbox über die Kommunikationsanlage des Todesstern bis hin zu einer unscheinbaren Software aus dem App-Store. Sie alle erzeugen jedoch (auf etwas unterschiedliche Art und Weise) Töne, aus denen im Idealfall Musik entsteht. Live-Act sind somit die Bands der elektronischen Musikszene.

Soweit der Stand im Jahre 2000. Nun sind in der Vergangenheit die Grenzen dieser beiden Sparten immer wieder aufgeweicht worden und teilweise ineinander geflossen. DJs nutzen Synthesizer um ihren Sets eine individuelle Note zu verpassen und Live-Acts bauen Turntables in ihre Gigs ein. An dieser Stelle wird es dann auch schwer zu sagen, wer jetzt auflegt und wer live spielt. Das ist dann meistens Definitionssache des Künstlers. Unsere Empfehlung: gar nicht so viel Gedanken darüber machen und einfach tanzen!

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